Heinrich

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Heinrich
Hein|rich ‚Ć©m. 1; unz.; Bot.‚Ć™ Guter \Heinrich G√§nsefu√ü mit breiten, dreieckigen, spie√üf√∂rmigen Bl√§ttern: Chenopodium bonushenricus

* * *

Hein|rich:
in den Wendungen den flotten H. haben (salopp; Durchfall haben);
den m√ľden H. spielen/auf m√ľden H. machen (ugs.; langsam sein beim Arbeiten, sich nicht anstrengen);
der gr√ľne H. (√∂sterr.; die gr√ľne Minna).

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I
Heinrich,
 
englisch Henry ['henri], französisch Henri [ã'ri], Herrscher:
 
 Heiliges Röm. Reich:  
¬†1)Heinrich I., K√∂nig (seit 919), Herzog von Sachsen (seit 912), * um 875, ‚úĚ Memleben 2. 7. 936, Sohn Herzog Ottos I. von Sachsen, Vater von 9); Liudolfinger; trat als Herzog in Gegensatz zu K√∂nig Konrad I., der ihm Th√ľringen zu entziehen suchte. Nach ottonischer Stiftungslegende (Widukind von Corvey) soll ihn Konrad aufgrund seiner milit√§rischen St√§rke zu seinem Nachfolger designiert haben (von der neueren Forschung angezweifelt); Franken und Sachsen w√§hlten ihn 919 in Fritzlar zum K√∂nig. Um seine Herrschaft auf einen Bund der ¬ĽSt√§mme¬ę zu st√ľtzen, lehnte Heinrich Kr√∂nung und Salbung ab, sah sich allerdings gezwungen, sein K√∂nigtum gegen√ľber den Herz√∂gen Arnulf dem B√∂sen von Bayern (919 zum ersten Gegenk√∂nig der deutschen Geschichte gew√§hlt) und Burchard I. von Schwaben mit milit√§rischen Drohungen und Zugest√§ndnissen, v. a. hinsichtlich der Kirchenhoheit, durchzusetzen. Mit der Aufhebung der Kirchenhoheit beendete Heinrich 926 nach Burchards Tod die schw√§bische Eigenst√§ndigkeit. Bereits 921 hatte der westfr√§nkische Karolinger Karl III. das K√∂nigtum Heinrichs anerkannt. Nach dessen Absetzung gewann Heinrich 925 Lothringen f√ľr das Reich (nunmehr ¬Ľregnum Teutonicorum¬ę genannt). Den j√§hrlichen Einf√§llen der Ungarn begegnete er 926 zun√§chst mit einem neunj√§hrigen Waffenstillstand, den er zur Anlage von Burgen im √∂stlichen Sachsen (u. a. Mei√üen, 929) und zur Aufstellung eines gepanzerten Reiterheeres nutzte. Nach Aufk√ľndigung des Vertrages schlug er die Ungarn 933 bei Riade mit einem Heer aus seinem gesamten Herrschaftsgebiet. 927-929 hatte Heinrich die Elbslawen (Brandenburg) sowie B√∂hmen unter seine Oberhoheit gebracht, 934 gewann er das Land zwischen Eider und Schlei (d√§nische Mark). 935 schloss Heinrich einen Freundschaftsvertrag mit den K√∂nigen Ludwig IV. von Westfranken und Rudolf II. von Hochburgund, die gegen Anerkennung ihrer K√∂nigsw√ľrde durch ihn endg√ľltig auf Lothringen verzichteten. Mit diesem Schritt sowie einem geplanten Zug nach Rom stellte sich Heinrich, der wohl schon 926 von Rudolf II. die Heilige Lanze (Reichsinsignien) erhalten hatte, endg√ľltig in die Tradition karolingischer Politik. Schwer erkrankt, designierte er seinen √§ltesten Sohn (Otto I.) zum Nachfolger (schon in der Hausordnung von 929 verankert).
 
Literarische Behandlung:
 
An seinen Beinamen ¬Ľauceps¬ę (Vogler, Vogelf√§nger; erstmals im 12. Jahrhundert belegt) kn√ľpfen Sagen an, woanach die Boten, die Heinrich seine Wahl zum K√∂nig mitteilten, ihn am Vogelherd (angeblich ¬ĽFinkenherd¬ę, Quedlinburg) √ľberrascht haben sollen (v. a. Gedicht von J. N. Vogl, ¬ĽHerr Heinrich sitzt am Vogelherd. ..¬ę, vertont von C. Loewe).
 
 
H. Diwald: H. I. (1987).
 
¬†2) Heinrich II., der Heilige, K√∂nig (seit 1002), Kaiser (seit 1014), als Heinrich V. Herzog von Bayern (seit 995), * Bad Abbach 6. 5. 973, ‚úĚ Pfalz Grone 13. 7. 1024, Sohn von 10), Urenkel von 1); letzter Liudolfinger (bayerische Linie); als Verwandter des Kaiserhauses 1002 gegen Markgraf Ekkehard I. von Mei√üen und Herzog Hermann II. von Schwaben als Nachfolger Kaiser Ottos III. zum K√∂nig gew√§hlt. In Italien verweigerte ihm der von den dortigen Gro√üen zum K√∂nig ausgerufene Markgraf Arduin von Ivrea die Anerkennung. Auf seinem ersten Italienzug stellte Heinrich in Italien die ersch√ľtterte deutsche Herrschaft durch Arduins Niederwerfung wieder her und lie√ü sich 1004 in Pavia selbst zum K√∂nig Italiens kr√∂nen. Herzog BolesŇāaw I. Chrobry von Polen (K√∂nig seit 1025), der Heinrich ebenfalls nicht anerkannte, musste ihm nach drei wechselvollen Feldz√ľgen (1002-18) huldigen. Den mit ihm verb√ľndeten Markgrafen Heinrich von Schweinfurt besiegte Heinrich ebenfalls. Das entstandene Machtvakuum im √∂stlichen Franken f√ľllte er durch die Belehnung seines Schwagers Heinrich von Luxemburg mit Bayern sowie durch die Gr√ľndung des Bistums Bamberg (1007). Mit seinen Schenkungen an Bist√ľmer sowie der F√∂rderung der Gorzer Klosterreform f√ľhrte Heinrich das Reichskirchensystem seinem H√∂hepunkt zu, wobei die k√∂nigliche Gewalt gleichzeitig gest√§rkt wurde. Im Westen behauptete sich Heinrich zun√§chst in Auseinandersetzungen mit den Grafen von Flandern. Durch Erbvertrag (1006) mit K√∂nig Rudolf III. von Burgund sicherte er sich die Anwartschaft auf Burgund (1016 Lehnsauftrag durch Rudolf). 1013 zog Heinrich erneut gegen Arduin nach Italien. In Rom entschied er sich in der Frage der Nachfolge von Papst Sergius IV. f√ľr Benedikt VIII. aus dem Haus Tusculum, der am 14. 2. 1014 die Kaiserkr√∂nung an Heinrich und seiner Frau Kunigunde vollzog. Nach der Neuordnung der italienischen Bist√ľmer und Kl√∂ster kehrte Heinrich nach Deutschland zur√ľck. 1020 suchte ihn Papst Benedikt in Bamberg auf, um seine Hilfe in Unteritalien zu gewinnen. Heinrich setzte dort mit seinem dritten Italienzug 1021/22 die Oberhoheit des Reiches durch. - Heinrich, der kinderlos starb, wurde in Bamberg beigesetzt; 1146 wurde er heilig gesprochen (Tag: 13. 7.).
 
Heinrich wurde seit dem 11. Jahrhundert dargestellt als Kaiser mit Krone, Zepter und Reichsapfel, auch als Stifter (Antependium aus dem Baseler M√ľnster, um 1020, Paris, Mus√©e de Cluny; Bamberger Dom, Gnadenpforte, um 1220); seit dem 13. Jahrhundert auch als Heiliger (Bamberger Dom, Adamspforte, vor 1237). Sein Attribut ist ein Kirchenmodell (Kreuzigungsaltar von B. Bruyn dem √Ąlteren, um 1515-20, M√ľnchen, Alte Pinakothek; Skulpturen von H. Leinberger in der ehemaligen Benediktinerklosterkirche in Moosburg, 1511-14, und von I. G√ľnther in der ehemaligen Benediktinerklosterkirche in Rott am Inn, 1762). Ein Zyklus mit Szenen aus der Legende Heinrichs befindet sich u. a. an seinem Grabmal im Bamberger Dom (1499-1513, von T. Riemenschneider).
 
 
B. Neundorfer: Leben u. Legende. Die Bildwerke am Grab des Kaiserpaares H. u. Kunigunde im Bamberger Dom (1985);
¬†H. Hoffmann: M√∂nchsk√∂nig u. ¬Ľrex idiota¬ę. Studien zur Kirchenpolitik H.s II. u. Konrads II. (1993).
 
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Ottonen: Kaisertum zwischen Aachen und Rom
 
 
¬†3) Heinrich III., K√∂nig (seit 1028, regierte seit 1039), Kaiser (seit 1046), K√∂nig von Burgund (seit 1038), Herzog von Bayern (seit 1027) und von Schwaben (seit 1038), * 28. 10. 1017, ‚úĚ Pfalz Bodfeld 5. 10. 1056, Sohn von K√∂nig Konrad II. und Gisela, Vater von 4); Salier; schon 1026 zum K√∂nig gew√§hlt, 1028 gekr√∂nt, folgte er seinem Vater 1039 in der K√∂nigsw√ľrde. Erf√ľllt von kirchlichen Reformideen (Cluny), suchte Heinrich seine Herrschaft im Einklang mit deren Zielen zu f√ľhren; er begriff sich selbst als Vicarius Christi in seinem K√∂nigsamt. Dem um sich greifenden Fehdewesen suchte Heinrich durch k√∂nigliche Friedensgebote im Sinne von Gottesfrieden zu begegnen. Sein herrscherliches Handeln im Einklang mit den kirchlichen Vorschriften lie√üen ihn sein Investiturrecht in √úbereinstimmung mit kirchlichen Erfordernissen aus√ľben. Diese √úberlegungen, durch seine zweite Frau, Agnes von Poitou, noch verst√§rkt, veranlassten ihn, in die Auseinandersetzungen um den Papstthron einzugreifen. Auf seinem Romzug lie√ü er im Dezember 1046 durch Synoden zu Sutri und Rom die streitenden P√§pste Gregor VI., Benedikt IX. und Silvester III. absetzen und Bischof Suitger von Bamberg als Klemens II. zum Papst erheben, der ihn am 24. 12. zum Kaiser kr√∂nte. Zugleich wurde er Patricius von Rom und machte als solcher nacheinander noch drei deutsche Bisch√∂fe zu P√§psten (Damasus II., Leo IX., Viktor II.). Damit dehnte er die Kirchenreform auch auf Rom aus. 1047 belehnte Heinrich zwei Normannenf√ľhrer mit der Grafschaft Aversa und mit dem Herzogtum Apulien als Vasallen des Reichs. Im Osten gelang Heinrich 1041 die Unterwerfung des Herzogs BŇôetislaw I. von B√∂hmen. Die K√∂nige von Ungarn n√∂tigte Heinrich, ihr K√∂nigreich von ihm zu Lehen zu nehmen und das Land bis zur Leitha abzutreten. Auch Herzog Gottfried den B√§rtigen von Lothringen zwang er zur Unterwerfung.
 
¬†4) Heinrich IV., italienisch Enrico IV., K√∂nig (seit 1056), Kaiser (seit 1084), * Goslar (?) 11. 11. 1050, ‚úĚ L√ľttich 7. 8. 1106, Sohn von 3), Vater von 5); 1054 zum K√∂nig gew√§hlt. F√ľr ihn regierte nach dem Tod des Vaters (1056) zun√§chst seine Mutter Agnes von Poitou. Sie gab die Herzogt√ľmer Schwaben an Rudolf von Rheinfelden, K√§rnten an Berthold II. von Z√§hringen, Bayern an Otto von Northeim, die bald die gef√§hrlichsten Gegner des K√∂nigtums wurden. 1062 erzwang Erzbischof Anno II. von K√∂ln mit der Entf√ľhrung des K√∂nigs einen Regentenwechsel. Die F√ľrsten regierten das Reich, neben Anno v. a. Erzbischof Adalbert von Hamburg-Bremen (1066 gest√ľrzt).
 
Beim Versuch, die zerr√ľttete K√∂nigsmacht wiederherzustellen, den Heinrich in Sachsen ansetzte, erlitt er R√ľckschl√§ge. Er musste 1073 aus der Harzburg fliehen und im Vertrag von Gerstungen 1074 der Schleifung der Harzburgen durch die aufst√§ndischen Sachsen zustimmen. Mithilfe der s√ľddeutschen F√ľrsten warf er in der Schlacht bei Homburg an der Unstrut (13. 6. 1075) die Sachsen nieder.
 
In Italien hatte das Reformpapsttum durch die verfallene Reichsautorit√§t an Einfluss gewonnen. √úber die Besetzung des Mail√§nder Erzbistums geriet Heinrich 1073 mit Papst Alexander II. in Konflikt. Nach kurzfristiger Ann√§herung Heinrichs an Alexanders Nachfolger Gregor VII., verursacht durch die s√§chsischen Unruhen, geriet ihr Verh√§ltnis wegen Mailand und der Politik Gregors gegen√ľber den deutschen Reichsbisch√∂fen in eine offene Krise. Gregor drohte Heinrich mit Absetzung, Heinrich seinerseits lie√ü Gregor durch eine Synode (Worms, 24. 1. 1076) absetzen, worauf Gregor ihn bannte und Heinrichs Untertanen vom Treueid entband (15. 2.; erste Absetzung eines R√∂mischen K√∂nigs durch den Papst). F√ľrsten und Bisch√∂fe verlie√üen im Investiturstreit den K√∂nig und beschlossen in Trebur (Oktober 1076) seine Absetzung, wenn er sich nicht mit der Kirche auss√∂hnte. Um die Verbindung zwischen F√ľrsten und Papst zu verhindern, ging Heinrich nach Italien und erzwang in Canossa die L√∂sung vom Bann (27. 1. 1077, konnte zwar die Wahl des schw√§bischen Herzogs Rudolf von Rheinfelden zum Gegenk√∂nig nicht verhindern (15. 3. 1077), vermochte sich jedoch gegen ihn und dessen Nachfolger Hermann von Salm (gew√§hlt 1081) zu behaupten. Gregor bannte ihn M√§rz 1080 erneut, worauf Heinrich den Papst absetzen und Erzbischof Wibert von Ravenna als Klemens III. w√§hlen lie√ü (Juni 1080). Heinrich zog 1081 nach Italien, besetzte Rom 1084 und lie√ü sich Ostern 1084 zum Kaiser kr√∂nen, musste aber alsbald vor den Normannen weichen.
 
Seit 1090 war Heinrich erneut in Italien. Eine deutsch-italienische Koalition stellte ihm seinen Sohn Konrad als Gegenk√∂nig entgegen und sperrte ihm 1093-97 den R√ľckweg nach Deutschland. Nach seiner R√ľckkehr lie√ü er 1098 Konrad √§chten und seinen zweiten Sohn (Heinrich V.) zum K√∂nig w√§hlen. Die Auss√∂hnung mit der Kirche blieb unerreichbar, weil Heinrich an der Verf√ľgung √ľber die Reichsbist√ľmer festhielt. 1104 erhob sich auch Heinrich (V.) gegen ihn, nahm ihn gefangen und erzwang im Dezember 1105 die Abdankung. Im Februar 1106 entkam der Kaiser, starb aber, im Begriff, den Kampf gegen den Sohn aufzunehmen. Erst nach der L√∂sung vom Bann wurde er 1111 im Dom zu Speyer bestattet.
 
Literarische Behandlung:
 
Seit dem Antiklerikalismus des Vorm√§rz wurden v. a. die Spannungen zwischen Kaiser und Papst und der ¬ĽGang nach Canossa¬ę thematisiert (F. R√ľckert, ¬ĽKaiser Heinrich IV.¬ę, 1844, Drama; F. von Saar, ¬ĽKaiser Heinrich IV. Ein deutsches Trauerspiel¬ę, 2 Teile, 1865-67; E. von Wildenbruch, ¬ĽHeinrich und Heinrichs Geschlecht¬ę, 1895, Drama; P. Ernst, ¬ĽCanossa¬ę, 1908, Drama; L. Pirandello, ¬ĽEnrico IV.¬ę, 1922).
 
 
 
Quellen zur Gesch. Kaiser H.s IV., √ľbersetzt v. F. Schmale (31974);
 J. Vogel: Gregor VII. u. H. IV. nach Canossa (1983);
 E. Boshof: H. IV. Herrscher an einer Zeitwende, hg. v. G. Franz (21990).
 
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Investiturstreit und Kirchenreform: Macht und Glaube
 
 
¬†5) Heinrich V., K√∂nig (seit 1106), Kaiser (seit 1111), * vermutlich 11. 8. 1086, ‚úĚ Utrecht 23. 5. 1125, Sohn von 4) und Bertha von Susa; letzter Salier; 1098 zum K√∂nig gew√§hlt, 1099 gekr√∂nt, erhob sich 1104 gegen seinen Vater, erreichte durch Anschluss an die kirchliche Partei 1105 die Anerkennung, lehnte jedoch sp√§ter wie sein Vater das kirchliche Investiturverbot ab. Bei seinem Romzug 1110 kam es mit Papst Paschalis II. zu einem Vertragsentwurf, wonach Besitzungen und Regalien der Bisch√∂fe an den K√∂nig zur√ľckfallen sollten und dieser auf seinen Einfluss bei Bischofswahl und Investitur verzichtete. Als die Reichsbisch√∂fe die Abmachung ablehnten, setzte Heinrich 1111 Papst Paschalis II. gefangen, erzwang das Privileg der Investitur und die Kaiserkr√∂nung; eine r√∂mische Synode widerrief den Vertrag. Im Reich erhoben sich die s√§chsischen und th√ľringischen F√ľrsten und besiegten Heinrich in der Schlacht am Welfesholz bei Hettstedt (11. 2. 1115. Erzbischof Adalbert I. von Mainz stellte sich an die Spitze der Opposition. Verhandlungen mit Papst Calixtus II. f√ľhrten 1122 zum Wormser Konkordat, das den Investiturstreit beendete.
 
¬†6) Heinrich VI., K√∂nig (seit 1190), Kaiser (seit 1191), K√∂nig von Sizilien (seit 1194), * Nimwegen Herbst 1165, ‚úĚ Messina 28. 9. 1197, Staufer; Sohn von Kaiser Friedrich I. Barbarossa; Staufer; »ä seit 1186 mit Konstanze, der Erbin des normannischen K√∂nigreichs Sizilien. Heinrich wurde bereits 1169 als Kind zum K√∂nig gew√§hlt und gekr√∂nt (15. 8.), vertrat seit seiner Hochzeit als f√∂rmlicher Mitregent das Reich in Italien und kam nach dem Tod seines Vaters (1190) formell zur Regierung; am 15. 4. 1191 wurde er zum Kaiser gekr√∂nt. Nach dem Tod (1189) des kinderlos gebliebenen K√∂nigs Wilhelm II. von Sizilien verfolgte Heinrich seine Anspr√ľche auf dessen K√∂nigreich zun√§chst erfolglos. Nach Anfangserfolgen musste Heinrich nach Deutschland zur√ľckkehren, wo sich eine F√ľrstenopposition gebildet hatte. Diese brach auseinander, als ihr m√§chtigster ausw√§rtiger Verb√ľndeter, K√∂nig Richard I. L√∂wenherz von England, in Heinrichs H√§nde geriet (1193) und sich nur durch ein hohes L√∂segeld und die f√∂rmliche Lehnsnahme befreien konnte (1194). Einem zweiten Zug gegen Sizilien standen nun betr√§chtliche Mittel zur Verf√ľgung. Heinrich zog am 20. 11. 1194 im Triumph in Palermo ein und wurde am 25. 12. zum K√∂nig von Sizilien gekr√∂nt. Der am 26. 12. geborene Sohn (der sp√§tere Kaiser Friedrich II.) wurde Friedrich Roger getauft, √ľber die Namen der Gro√üv√§ter die Vereinigung zweier Dynastien symbolisierend. Unter Heinrich erreichte die Staufermacht ihren H√∂hepunkt (u. a. Verwendung des Reichsadlers als Hoheitszeichen). Sein Versuch, √ľber den Erbreichsplan das deutsche K√∂nigtum in seinem Haus erblich werden zu lassen, scheiterte 1196 am Widerstand der Reichsf√ľrsten. W√§hrend der Vorbereitungen zu einem Kreuzzug starb er.
 
Unter seinem Namen √ľberliefert die Manessische Handschrift an erster Stelle drei Minnelieder, die wahrscheinlich in Heinrichs Jugend (1184, Hoftag zu Mainz?) entstanden sind; zwei davon, ein Wechsel- und ein Tagelied, sind noch der vorh√∂fischen Lyrik verpflichtet, w√§hrend das dritte - das erste deutsche Minnelied mit daktylischen Versen - provenzalischen Einfluss zeigt.
 
Ausgabe: Des Minnesangs Fr√ľhling, neu bearbeitet von H. Moser und H. Tervooren, Band 1 (381988).
 
 
I. Seltmann: H. VI. (1983);
 P. Cseudes: H. VI. (1993).
 
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staufisches Kaisertum gegen universales Papsttum: Herren der ganzen Christenheit?
 
 
¬†7) Heinrich (VII.), K√∂nig von Sizilien (seit 1212), K√∂nig im deutschen Reichsgebiet sowie Herzog von Schwaben (1220-35), * auf Sizilien 1211, ‚úĚ Martirano (bei Cosenza) 12. 2. 1242, Sohn Kaiser Friedrichs II.; wurde vor Friedrichs Zug nach Deutschland zwar zum K√∂nig Siziliens gekr√∂nt, doch √ľberlie√ü sein Vater ihm in der Folge die Regierung in Deutschland, wo Heinrich, 1220 von den Reichsf√ľrsten gew√§hlt (1222 gekr√∂nt), bis 1228 unter der Obhut zun√§chst des K√∂lner Erzbischofs Engelbert I. von Berg (bis 1225), dann unter der Herzog Ludwigs I. von Bayern regierte. Durch seine st√§dtefreundliche Politik geriet er in Konflikt mit den F√ľrsten, die ihm 1231 das ¬ĽStatutum in favorem principum¬ę abn√∂tigten (1232 von Friedrich II. best√§tigt). 1234 emp√∂rte er sich gegen seinen Vater, musste sich 1235 unterwerfen, wurde seitdem gefangen gehalten; starb vermutlich an den Folgen eines Selbstmordversuchs.
 
¬†8) Heinrich VII., K√∂nig (seit 1308), Kaiser (seit 1312), * um 1275, ‚úĚ Buonconvento (bei Siena) 24. 8. 1313; Luxemburger; auf Betreiben seines Bruders Balduin, Erzbischof von Trier, und des Erzbischofs von Mainz, Peter von Aspelt, nach der Ermordung Albrechts I. am 27. 11. 1308 zum K√∂nig gew√§hlt, v. a. um einer franz√∂sischen Kandidatur zuvorzukommen (Kr√∂nung: 6. 1. 1309). F√ľr seinen Sohn Johann gewann Heinrich 1311 das K√∂nigreich B√∂hmen als luxemburgische Hausmacht; er selbst zog schon 1310 nach Italien, um dort die Kaisermacht wiederherzustellen. Anfangs von Papst Klemens V. beg√ľnstigt, von Dante und den Ghibellinen begeistert begr√ľ√üt (1311 in Mailand zum italienischen [¬Ľlangobardischen¬ę] K√∂nig gekr√∂nt), scheiterte Heinrich am Widerstand der Guelfen. Nach K√§mpfen in der Lombardei und in Rom, wo er am 29. 6. 1312 zum Kaiser gekr√∂nt wurde, r√ľstete er gegen K√∂nig Robert I. von Neapel, starb auf dem Zuge nach Neapel nach vergeblicher Belagerung von Florenz. Im Dom zu Pisa wurde er beigesetzt.
 
 
F. Schneider: Kaiser H. VII., 3 Bde. (1924-28);
 M. E. Franke: Kaiser H. VII. im Spiegel der Historiographie (1992).
 
 Bayern:  
¬†9) Heinrich I., Herzog (seit 948), * Nordhausen um 920, ‚úĚ Regensburg 1. 11. 955, Sohn von 1), Vater von 10)Liudolfinger; war an den Verschw√∂rungen 938/939 und 941 gegen K√∂nig Otto I., seinen Bruder, beteiligt. Nach der Auss√∂hnung erhielt er 948 das Herzogtum Bayern als Lehen, 952 vergr√∂√üerte er dieses um die Marken Verona und Aquileja.
 
 Bayern und Kärnten:  
¬†10) Heinrich II., der Z√§nker, Herzog von Bayern (955-976 und seit 985), Herzog von K√§rnten (seit 989), * 951, ‚úĚ Gandersheim 28. 8. 995, Liudolfinger (bayerische Linie); Sohn von 9), Vater von 2), ; stand zun√§chst unter m√ľtterlicher Vormundschaft. 974 emp√∂rte er sich gegen Kaiser Otto II., der ihm daraufhin 976 das Herzogtum Bayern, von dem K√§rnten abgetrennt wurde, entzog. 977 unterwarf sich Heinrich. Nach Ottos Tod suchte er zun√§chst vergebens in seine alten Rechte wieder eingesetzt zu werden und dar√ľber hinaus die Herrschaft im Reich zu erlangen. 985 erhielt er Bayern zur√ľck, 989 auch K√§rnten. Mit dem Sieg √ľber die Ungarn (991) festigte er sein Land.
 
 Bayern und Sachsen:  
¬†11) Heinrich X., der Stolze, Herzog von Bayern (1126-38) und Herzog von Sachsen (1137-39), * um 1108, ‚úĚ Quedlinburg 20. 10. 1139, Sohn von Herzog Heinrich IX., dem Schwarzen (* um 1074, ‚úĚ 1126), Vater von 37); Welfe; heiratete 1127 Gertrud, die Tochter von Kaiser Lothar III., den er im Kampf gegen die Staufer unterst√ľtzte. 1136/37 begleitete er Lothar auf seinem zweiten Zug nach Italien, wo er mit der Markgrafschaft Tuszien belehnt wurde. Zus√§tzlich erhielt Heinrich von Papst Innozenz II. das Hausgut der Mathilde von Tuszien. Mit der Verleihung des Herzogtums Sachsen an Heinrich hob Lothar 1137 dessen besondere Stellung hervor und bestimmte ihn auf seinem Sterbebett zu seinem Nachfolger. Die Reichsf√ľrsten w√§hlten jedoch den schw√§cheren staufischen Kandidaten Konrad III. In dem sich ergebenden Streit mit diesem unterlag Heinrich. Nach anfechtbarem Verfahren wurden ihm seine Reichslehen aberkannt (1139). Bayern fiel an Leopold IV. von √Ėsterreich, Sachsen an Albrecht den B√§ren, jedoch konnte hier Heinrich seine Herrschaft bis zu seinem Tod behaupten.
 
¬†Braunschweig-Wolfenb√ľttel: ¬†
¬†12) Heinrich der J√ľngere, Herzog (seit 1514), * Wolfenb√ľttel 10. 11. 1489, ‚úĚ ebenda 11. 6. 1568, Gro√üvater von 13); gewann in der Hildesheimer Stiftsfehde (1519-23) einen Teil des Bistums, schloss sich Kaiser Karl V. an, f√∂rderte den staatlichen Ausbau seines Landes (Primogeniturerbfolge 1535, Kanzleiordnung 1548, Hofgericht 1556) und verbreiterte dessen √∂konomische Basis (Erzabbau am Rammelsberg 1552). Als energischer Gegner des Protestantismus war er das Ziel zahlreicher Flugschriften u. a. von M. Luther (¬ĽWider Hans Worst¬ę, 1541) und musste sich 1542-45 erfolglos mit dem Schmalkaldischen Bund um die evangelischen St√§dte Goslar und Braunschweig auseinander setzen. Zu H√§rte und R√ľcksichtslosigkeit neigend, konnte er nach der Niederlage der Schmalkaldener 1547 bei M√ľhlberg in sein Land zur√ľckkehren und besiegte im Bund mit Moritz von Sachsen den Markgrafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach, dem sich die Stadt Braunschweig angeschlossen hatte, 1553 bei Sievershausen. Als sein drittgeborener, lutherisch gewordener Sohn Julius erbberechtigt wurde, ging sein Territorium dennoch zum Protestantismus √ľber.
 
¬†13) Heinrich Julius, Herzog (seit 1589), * Schloss Hessen (bei Wolfenb√ľttel) 15. 10. 1564, ‚úĚ Prag 20. 7. 1613, Enkel von 12); trat 1578 die Herrschaft im Bistum Halberstadt an, das unter ihm endg√ľltig lutherisch wurde, folgte 1582-85 auch in Minden. Er war, obwohl protestantischer F√ľrst, der vertraute Ratgeber Kaiser Rudolfs II. und wurde ab 1607 als Direktor des Geheimen Rates die gestaltende Kraft der kaiserlichen Politik. 1576 gr√ľndete Heinrich J. die Universit√§t Helmstedt und machte sich zu deren erstem Rektor. 1592 rief er englische Kom√∂dianten nach Wolfenb√ľttel und behielt von da an eine Truppe an seinem Hof, f√ľr die er selbst Prosast√ľcke verfasste. Heinrich J. schrieb unter dem Einfluss N. Frischlins, sp√§ter der englischen Kom√∂dianten Trag√∂dien, Tragikom√∂dien und Kom√∂dien mit erzieherischer Absicht; er verwendete Stoffe aus dem Alltagsleben, betonte realistische Szenen, starke Theatereffekte.
 
Werke: Von der Susanna. .. (1593); Von einem Buler v√Ī Bulerin. .. (1593); Von einem Weibe. .. (1593); Von einem Edelman. .. (1594); Von einem ungeratenen Sohn. .. (1594); Von einer Ehebrecherin (1594).
 
Ausgabe: Die Schauspiele, herausgegeben von W. L. Holland (1855, Nachdruck 1967).
 
 
I. Werner: Zw. MA. u. Neuzeit, H. J. von Braunschweig als Dramatiker der √úbergangszeit (1976);
¬†H. Lietzmann: Herzog H. J. zu Braunschweig u. L√ľneburg (1564-1613) (1993).
 
 Deutscher Orden:  
¬†14) Heinrich von Plauen, Hochmeister (1410-13), * im Vogtland um 1370, ‚úĚ Burg Lochst√§dt (Samland) 9. 11. 1429; etwa seit 1391 (erstmals im Ordensland bezeugt) Ordensritter, 1399-1402 Hauskomtur zu Danzig, dann Komtur von Nessau, Morin und Schwetz; verteidigte nach der Niederlage des Ordens bei Tannenberg (1410) die Marienburg gegen die Polen und Litauer, wurde zum Hochmeister gew√§hlt und handelte den 1. Thorner Frieden aus (1411). Bei dem Versuch, die Verwaltung des Ordensstaats zu reorganisieren, stie√ü er auf zunehmenden Widerstand, der sich u. a. im Eidechsenbund formierte und 1413 Heinrichs Absetzung erzwang. Nach der Hochmeisterwahl 1414 resignierte Heinrich. Er wurde 1414-22 auf der Burg Brandenburg am Haff gefangen gehalten. Der gegen ihn erhobene zeitgen√∂ssische Vorwurf, mit dem K√∂nig von Polen konspiriert zu haben, erwies sich nach neuesten Aktenfunden als gegenstandslos.
 
 England:  
¬†15) Heinrich I., auch Heinrich Beauclerc [-'b…ô äkle…ô], K√∂nig (seit 1100), * Selby 1068, ‚úĚ Lyons-la-For√™t (bei Rouen) 1. 12. 1135, j√ľngster Sohn von Wilhelm I., dem Eroberer, Gro√üvater von 16); bem√§chtigte sich nach dem Tod seines Bruders Wilhelm II. Rufus der Herrschaft und gab seinen Untertanen eine Charta (¬ĽCharta libertatum¬ę), durch die Missbr√§uche abgestellt, aber auch Grundlagen monarch. Zentralgewalt festgeschrieben wurden. Seit 1106 regierte er auch in der Normandie, nachdem er den Herzog, seinen √§ltesten Bruder Robert II. Kurzhose, besiegt und gefangen gesetzt hatte.
 
¬†16) Heinrich II., auch Heinrich Kurzmantel (englisch Curtmantle [k…ôňźtm√¶ntl] ), K√∂nig (seit 1154), * Le Mans 5. 3. 1133, ‚úĚ Chinon 6. 7. 1189, Enkel von 15), Gro√üvater von 17); beanspruchte den englischen Thron - gegen K√∂nig Stephan I., der ihn 1153 als Nachfolger anerkannte - aufgrund des Erbrechts seiner Mutter Mathilde, der Tochter Heinrichs I., die in zweiter Ehe mit Gottfried V., Graf von Anjou (Beiname Plantagenet), verheiratet war. Von seiner Mutter hatte er 1150 das Herzogtum Normandie, von seinem Vater 1151 die Grafschaft Anjou (mit Maine und Touraine) geerbt. Die Heirat (1152) mit der Erbtochter von Aquitanien, Eleonore, brachte ihm auch dieses Herzogtum einschlie√ülich der Gascogne ein; dadurch wurde Heinrich auf dem Boden Frankreichs, wenn auch als Lehnsmann des franz√∂sischen K√∂nigs, m√§chtiger als dieser selbst (Angevinisches Reich). Heinrich st√§rkte die k√∂nigliche Macht, indem er die Kompetenz der k√∂niglichen Gerichtsbarkeit erweiterte und damit die Grundlage f√ľr die Ausbildung des Common Law legte. Gegen die Machtanspr√ľche des Papsttums erlie√ü er 1164 die Konstitutionen von Clarendon, geriet aber deshalb in Konflikt mit seinem Kanzler, dem Erzbischof T. Becket. Heinrich begr√ľndete die englische Herrschaft in Irland (1171/72) und brachte Schottland unter seine Lehnshoheit (1174). Seit 1173 hatte er mehrere Aufst√§nde seiner S√∂hne (unter ihnen seine Nachfolger Richard I. L√∂wenherz und Johann I. ohne Land) abzuwehren.
 
 
W. L. Warren: Henry II (Neuausg. London 1977).
 
¬†17) Heinrich III., K√∂nig (seit 1216), * Winchester 1. 10. 1207, ‚úĚ Westminster 16. 11. 1272, Enkel von 16), Sohn von Johann I. ohne Land. Heinrichs Anschluss an das Papsttum und an dessen antistaufische Politik verwickelte ihn in Unternehmungen auf dem Kontinent. Dagegen erhob sich die Opposition der Barone unter Simon de Montfort; diese besiegten Heinrich bei Lewes (14. 5. 1264 und hielten ihn gefangen, bis ihm sein Sohn Eduard (I.) durch den Sieg bei Evesham (4. 8. 1265 wieder zur Herrschaft verhalf.
 
¬†18) Heinrich IV., auch Heinrich Bolingbroke ['b…Ēl…™»Ėbr äk], K√∂nig (seit 1399), * Schloss Bolingbroke (bei Spilsby, County Lincolnshire) April (?) 1366, ‚úĚ Westminster 20. 3. 1413, Sohn des John of Gaunt, Herzog von Lancaster, Enkel Eduards III.; Vater von 19); st√ľrzte seinen Vetter Richard II. und wurde vom Parlament zum K√∂nig erhoben. Mit ihm kam das Haus Lancaster auf den Thron. Trotz Konflikten mit dem Parlament und der Geistlichkeit, einer Rebellion der Barone, die er am 21. 7. 1403 bei Shrewsbury niederschlagen konnte, sowie des Aufstandes in Wales unter Owen Glendower konnte Heinrich den Thron unangefochten seinem Sohn Heinrich (V.) hinterlassen. - Doppeldrama ¬ĽThe historie of Henry the fourth¬ę (1597), ¬ĽThe second part of Henry the fourth¬ę (1598) von Shakespeare, mit der Figur des Falstaff.
 
 
J. L. Kirby: Henry IV of England (London 1970).
 
¬†19) Heinrich V., K√∂nig (seit 1413), * Monmouth 16. 9. (?) 1387, ‚úĚ Vincennes 31. 8./1. 9. 1422, Sohn von 18), Vater von 20); nahm den Hundertj√§hrigen Krieg gegen Frankreich wieder auf, siegte am 25. 10. 1415 bei Azincourt, besetzte Nordfrankreich und zog in Paris ein. 1420, im Frieden von Troyes, wurde sein Erbanspruch auf die franz√∂sische Krone anerkannt und durch die Heirat mit der Tochter Karls VI. von Frankreich, Katharina, gefestigt. - Drama ¬ĽThe chronicle historie of Henry the fifth¬ę (1599) von Shakespeare.
 
 
Henry V. The practice of kingship, hg. v. G. L. Harriss (Oxford 1985).
 
¬†20) Heinrich VI., K√∂nig (1422-61 und 1470/71), * Windsor 6. 12. 1421, ‚úĚ London 21./22. 5. 1471, Sohn von 19). Unter ihm - mit bedingt durch die lange Zeit seiner Minderj√§hrigkeit - fand der Hundertj√§hrige Krieg 1453 ein ung√ľnstiges Ende f√ľr England, das im Innern zunehmend durch Wirren und Aufst√§nde ersch√ľttert wurde. Im Zusammenhang mit den Thronanspr√ľchen des Hauses York kam es zu den Rosenkriegen, in deren Verlauf Heinrich durch Eduard IV. gest√ľrzt wurde (1461); 1470 gelangte er noch einmal auf den Thron, 1471 (Schlacht bei Tewkesbury) von Eduard erneut verdr√§ngt. Heinrich starb auf ungekl√§rte Weise im Tower. - Trilogie ¬ĽHenry VI¬ę von Shakespeare (entstanden zwischen 1589 und 1591, endg√ľltige Fassung 1623).
 
 
R. A. Griffiths: The reign of King Henry VI (Berkeley, Calif., 1981);
 B. Wolffe: Henry VI (London 1981).
 
¬†21) Heinrich VII., auch Heinrich Tudor ['tjuňźd…ô], K√∂nig (seit 1485), * Pembroke Castle (Wales) 28. 1. 1457, ‚úĚ Richmond (heute Richmond upon Thames) 21. 4. 1509, Sohn von Edmund Tudor, Earl of Richmond, und der Margaret Beaufort, Urenkelin des John of Gaunt, Herzog von Lancaster, Vater von 22); als Erbe des Hauses Lancaster Mittelpunkt der Opposition gegen Richard III. Im Exil aufgewachsen, landete Heinrich 1485 in Wales und gewann durch die Schlacht bei Bosworth am 22. 8. 1485 die Krone (Ende der Rosenkriege). Heinrich, durch die 1486 geschlossene Ehe mit Elisabeth, einer Tochter Eduards IV., auch mit dem Haus York verbunden, begr√ľndete die Dynastie Tudor und st√§rkte die monarch. Zentralgewalt.
 
 
The reign of Henry VII from contemporary sources, hg. v. A. F. Pollard, 3 Bde. (London 1913-14, Nachdr. New York 1967);
 S. B. Chrimes: Henry VII (Neuausg. London 1977);
 R. L. Storey: The reign of Henry VII (ebd. 1968);
 M. V. C. Alexander: The first of the Tudors (ebd. 1981).
 
¬†22) Heinrich VIII., K√∂nig von England (seit 1509) und Irland (seit 1541), * Greenwich 28. 6. 1491, ‚úĚ Westminster 28. 1. 1547, j√ľngerer Sohn von 21) und der Elisabeth von York, Tochter Eduards IV.; hervorragend gebildet, v. a. auf humanistischem und theologischem Gebiet. Heinrich heiratete nach seiner Thronbesteigung Katharina von Aragonien, die Witwe seines √§lteren Bruders Arthur (‚úĚ 1502), Tochter der Katholischen K√∂nige von Spanien, Ferdinand II. und Isabella I. Sie wurde die Mutter der sp√§teren K√∂nigin Maria I., der Katholischen. Von seinem Schwiegervater lie√ü sich Heinrich in einen Krieg gegen Frankreich (1512-14) hineindr√§ngen (Sieg bei Guinegate 1513); ebenfalls 1513 wurde der schottische K√∂nig Jakob IV. bei Flodden (County Northumberland) geschlagen. Unter dem Einfluss seines Kanzlers, des Kardinals T. Wolsey, leitete Heinrich dann eine Politik des Gleichgewichts zwischen Kaiser Karl V. und Frankreich ein, gegen das er zwei weitere Kriege f√ľhrte (1522-25, 1543-46). Obwohl er ein gl√§ubiger Katholik war - Papst Leo X. verlieh ihm den Titel Fidei Defensor, nachdem Heinrich 1521 eine Schrift gegen Luther verfasst hatte -, trennte er England von der r√∂mischen Kirche. Der Grund war Heinrichs Wunsch, seine Ehe mit Katharina, die ihm den ersehnten Sohn nicht geboren hatte, annullieren zu lassen, um sein Verh√§ltnis zu Anna Boleyn zu legitimieren. Als Papst Klemens VII. unter dem Druck des Kaisers ablehnte, lie√ü Heinrich die Ehe durch den von ihm ernannten Erzbischof von Canterbury, T. Cranmer, 1533 f√ľr nichtig erkl√§ren. Aus der kirchenpolitischen Entwicklung Englands (Tendenz zum Nationalkirchentum) ist zu verstehen, dass das Parlament dem K√∂nig auf seinem weiteren Weg, der Begr√ľndung des k√∂niglichen Supremats √ľber die Kirche von England (1534, Suprematsakte) und der Einziehung der Kl√∂ster (1538-40), bereitwillig folgte. Nachfolger des gest√ľrzten Kanzlers Wolsey wurde 1529 T. More; nach dessen Hinrichtung (wegen Verweigerung des Suprematseides) legte T. Cromwell als leitender Staatsmann die Grundlage f√ľr den modernen, zentralistisch verwalteten englischen Staat. 1538 erreichte Heinrich die Bannbulle Papst Pauls III. Nachdem Anna Boleyn (Mutter der sp√§teren K√∂nigin Elisabeth I.) hingerichtet worden war (1536) und ihre Nachfolgerin Johanna (Jane) Seymour nach der Geburt des Thronfolgers Eduard (VI.) gestorben war (1537), heiratete Heinrich auf Cromwells Rat Anna von Cleve (1540), lie√ü sich aber bereits nach einem halben Jahr wieder von ihr scheiden; der in Ungnade gefallene Cromwell wurde hingerichtet. Von nun an regierte Heinrich selbst und steuerte, gest√ľtzt auf Parlamentsgesetze, einen Kurs, der es ihm erlaubte, romtreue Katholiken wie Anh√§nger der Reformation als Hochverr√§ter zum Tode zu verurteilen. Heinrichs f√ľnfte Gattin, Katharina Howard (seit 1540), endete 1542 wie Anna Boleyn; die letzte, Katharina Parr, mit der er seit 1543 verheiratet war, √ľberlebte ihn. - Dramen um Heinrich behandelten meist seine Beziehungen zu Frauen (Shakespeare, 1612/13; K. Munk, ¬ĽCant¬ę, 1931; H. Gressieker, ¬ĽHeinrich VIII. und seine Frauen¬ę, 1957), v. a. die zu Anna Boleyn.
 
 
 
Letters and papers, foreign and domestic, of the reign of Henry VIII, hg. v. J. S. Brewer u. a., 22 Bde. (London 1920-32, Nachdr. Vaduz 1965);
 H. M. Smith: Henry VIII and the Reformation (London 1962);
 L. B. Smith: Henry VIII (ebd. 1971);
 F. Grayeff: H. VIII. Das Leben eines Königs. Schicksal eines Reiches (Neuausg. 1978);
 
H. VIII. von England in Augenzeugenberichten, hg. v. E. Jacobs u. a. (Neuausg. 1980);
 J. J. Scarisbrick: Henry VIII (Neuausg. London 1981);
 G. R. Elton: England unter den Tudors (a. d. Engl., 1983);
¬†T. Stemmler: Die Liebesbriefe H.s VIII. an Anna Boleyn (Z√ľrich 1988).
 
 Frankreich:  
¬†23) Heinrich I., K√∂nig (seit 1031), * 1008, ‚úĚ Vitry-aux-Loges (bei Orl√©ans) 4. 8. 1060, zweiter Sohn von Robert II., dem Frommen; erhielt von diesem 1017 das Herzogtum Burgund, das er nach seiner Thronbesteigung an seinen j√ľngeren Bruder Robert abtrat. Heinrich musste viele Jahre gegen Odo II. von Blois-Champagne k√§mpfen, dessen Absichten auf das K√∂nigreich Burgund er durch ein B√ľndnis mit Kaiser Konrad II. (Zusammentreffen bei Deville an der Maas 1033) vereitelte. Heinrich heiratete 1051 (?) Anna von Kiew (Anna, Herrscherinnen, Frankreich).
 
¬†24) Heinrich II., K√∂nig (seit 1547), * Saint-Germain-en-Laye 31. 3. 1519, ‚úĚ Paris 10. 7. 1559, zweiter Sohn von Franz I. und Claudia, Vater von 25); seit 1533 »ä mit Katharina von Medici; politisch stark beeinflusst von seiner Geliebten, Diane de Poitiers, und seinem Jugendfreund, dem Conn√©table Anne de Montmorency. Selbst von streng katholischer Gesinnung - noch im Jahr seiner Thronbesteigung richtete er am Pariser Parlament einen Sondergerichtshof (¬ĽChambre ardente¬ę) zur Verfolgung der Hugenotten ein - erneuerte er im Bund mit protestantischen Reichsst√§nden (Vertrag von Chambord, 1552, F√ľrstenverschw√∂rung) den Kampf seines Vaters gegen Kaiser Karl V., nahm die St√§dte Toul, Verdun, Cambrai und Metz als ¬ĽReichsvikar¬ę in Besitz und eroberte Calais, den letzten englischen Festlandsbesitz. Im Frieden von Cateau-Cambr√©sis (1559) musste er auf den franz√∂sischen Anspruch auf Mailand verzichten. Im Innern f√ľhrte er die St√§rkung der k√∂niglichen Gewalt fort und vollendete die Vereinheitlichung der Verwaltung. Heinrich verungl√ľckte t√∂dlich bei einem Turnier.
 
 
I. Cloulas: Henri II (Paris 1985).
 
¬†25) Heinrich III., K√∂nig (seit 1574), als Heinrich II. K√∂nig von Polen (1573-74), * Fontainebleau 19. 9. 1551, ‚úĚ (ermordet) Saint-Cloud 2. 8. 1589, dritter Sohn von 24) und Katharina von Medici; als Herzog von Anjou 1572 an der Vorbereitung der Bartholom√§usnacht beteiligt. Auf Betreiben seiner Mutter 1573 zum K√∂nig von Polen gew√§hlt (nach ihm hie√ü die Wahlkapitulation der polnischen K√∂nige ¬ĽArticuli Henriciani¬ę) und 1574 gekr√∂nt, verlie√ü er noch im gleichen Jahr Polen ohne f√∂rmliche Abdankung, um die Nachfolge seines Bruders Karl IX. als K√∂nig von Frankreich anzutreten. Kultiviert und intelligent, aber charakterschwach und von seinen G√ľnstlingen (den ¬Ľmignons¬ę) abh√§ngig, suchte er vergeblich, in den Hugenottenkriegen die Stellung der Krone zwischen den Glaubensparteien zu behaupten. Im Edikt von Beaulieu (7. 5. 1576 musste er den Hugenotten erhebliche Zugest√§ndnisse machen. Da er selbst kinderlos blieb und sein j√ľngerer Bruder 1584 starb, fiel dem F√ľhrer der Hugenotten, K√∂nig Heinrich III. von Navarra, die erbrechtliche Anwartschaft auf die Nachfolge zu. Gegen eine protestantische Sukzession in Frankreich erhob sich der Widerstand der von Henri I., Herzog von Guise, gef√ľhrten katholischen (¬ĽHeilige¬ę) Liga. Mit diesem ¬ĽKrieg der drei Heinriche¬ę wurde die 1562 begonnene Reihe der Hugenottenkriege fortgesetzt. Der K√∂nig musste aus Paris fliehen und berief die Generalst√§nde nach Blois. Angesichts ihrer feindlichen Haltung beschloss Heinrich, sich der H√§upter der Liga zu entledigen, und lie√ü Henri I. von Guise und dessen Bruder in Blois ermorden (23./24. 12. 1588). Von der Liga f√ľr abgesetzt erkl√§rt, verband sich Heinrich mit Heinrich III. von Navarra und zog mit ihm gegen das ligistische Paris. W√§hrend der Belagerung der Stadt wurde er von dem Dominikaner J. Cl√©ment umgebracht. Mit Heinrich erlosch das Haus Valois.
 
 
P. Chevallier: Henri III (Paris 1985).
 
¬†26) Heinrich IV., K√∂nig (seit 1589), als Heinrich III. K√∂nig von Navarra (seit 1572), * Pau 13. 12. 1553, ‚úĚ Paris 14. 5. 1610, Sohn von Anton von Bourbon (Anton, Herrscher, Navarra) und der Johanna von Albret, die 1555 gemeinsam den Thron von Navarra bestiegen; folgte nach dem Tod der Mutter (1572) als K√∂nig von Navarra. Heinrich war Kalvinist und seit 1569 F√ľhrer der Hugenotten. Seine Hochzeit mit Margarete von Valois (1572), der Schwester Karls IX. und Heinrichs III., war Anlass der Bartholom√§usnacht. Heinrich wurde verschont, musste aber seinem Glauben abschw√∂ren und als Gefangener am Hof bleiben. 1576 konnte er fliehen, √ľbernahm wieder die F√ľhrung der Hugenotten und besiegte im 8. Hugenottenkrieg das k√∂nigliche Heer bei Coutras (20. 10. 1587. Nach dem Tod Heinrichs III. meldete er nach dem Salischen Gesetz seinen Anspruch auf die franz√∂sische Krone an, doch wurde er von der Heiligen Liga und dem Papst sowie von Philipp II. von Spanien, der seine Tochter Isabella auf den franz√∂sischen Thron setzen wollte, bek√§mpft. Um die spanische Gefahr abzuwenden und die inneren Widerst√§nde zu √ľberwinden, trat Heinrich 1593 zum Katholizismus √ľber (¬ĽParis vaut bien une messe¬ę, ¬ĽParis ist eine Messe wert¬ę) und wurde 1594 als erster K√∂nig aus dem Haus Bourbon in Chartres gekr√∂nt. Seine Regierungszeit ist von dem Bem√ľhen gekennzeichnet, die Auswirkungen des B√ľrgerkrieges mit den Mitteln einer neu begr√ľndeten Staatsautorit√§t zu √ľberwinden, und bedeutet mit der Wiederherstellung der k√∂niglichen Zentralgewalt die entscheidende Weichenstellung zum absolutistischen Staat. Vordringlich waren die religi√∂se Befriedung (Edikt von Nantes, 1598) und die Sanierung der Staatsfinanzen, die Herzog von Sully mit Erfolg in Angriff nahm. Die Tatkraft des popul√§ren K√∂nigs √§u√üerte sich weiter im Ausbau der Verkehrswege und im Beginn der Kolonisierung Kanadas (Gr√ľndung Quebecs 1608). Auf dem Gebiet der Au√üenpolitik bot der Frieden von Vervins (1598) mit Spanien R√ľckendeckung f√ľr die Politik der Konsolidierung im Innern, doch nahm Heinrich seit 1609 im J√ľlich-Kleveschen Erbfolgestreit seine antihabsburgische Politik wieder auf. Er starb durch ein Attentat des religi√∂sen Fanatikers F. Ravaillac. - Unter seinen M√§tressen war Gabrielle d'Estr√©es am einflussreichsten, ihr Sohn C√©sar begr√ľndete die bourbonische Bastardlinie Vend√īme.
 
Literarische Behandlung:
 
Der franz√∂sische Idealherrscher tritt als Wohlt√§ter und Konflikte l√∂sende Gestalt in zahlreichen franz√∂sischen Volks- und Lustspielen auf. Seinem Wesen n√§her kommen die Werke, die Heinrichs Auseinandersetzung mit den Untertanen und sein Verh√§ltnis zu Frauen behandeln (G. Chapman, ¬ĽThe conspiracy and tragedy of Charles Duke of Byron, Marshall of France¬ę, 1608, Drama; Voltaire, ¬ĽLa Henriade¬ę, 1723, Epos; A. Dumas p√®re, ¬ĽLa reine Margot¬ę, 1845, Roman). Den Sozialpolitiker und √úberwinder des religi√∂sen Fanatismus Heinrich hat v. a. H. Mann in seinen Romanen (¬ĽDie Jugend des K√∂nigs Henri Quatre¬ę, 1935; ¬ĽDie Vollendung des K√∂nigs Henri Quatre¬ę, 1938) thematisiert.
 
 
Ausgaben: Recueil des lettres missives, herausgegeben von J. Berger de Xivrey und anderen, 9 Bände (1843-76); Lettres inédites du roi Henri IV au chancelier de Bellièvre. .., herausgegeben von E. Halphen, 2 Bände (1872-83).
 
 
R. Mousnier: Ein Königsmord in Frankreich (a. d. Frz., 1970);
 J. Garrisson: Henry IV (Paris 1984);
 M. M. L. Saint-René Taillandier: H. IV. Der Hugenotte auf Frankreichs Thron (a. d. Frz., Neuausg. 1995).
 
Hier finden Sie in √úberblicksartikeln weiterf√ľhrende Informationen:
 
 
Frankreich im konfessionellen B√ľrgerkrieg (1562 bis 1598): Im Zeichen der Bartholom√§usnacht
 
Hessen:  
¬†27) Heinrich I., das Kind, Landgraf (seit 1265), * 24. 6. 1244, ‚úĚ Marburg 21. 12. 1308, Sohn von Herzog Heinrich II. von Brabant und Sophie, einer Tochter der heiligen Elisabeth von Th√ľringen; erhielt mit Abschluss der th√ľringischen Erbstreitigkeiten (1247-64) das von Th√ľringen abgetrennte Hessen. Er nannte sich seit 1265 Landgraf von Hessen; 1292 wurde er in den Reichsf√ľrstenstand erhoben. Heinrich ist der Stammvater der hessischen Dynastie.
 
 Kärnten:  
¬†28) Heinrich VI., Herzog von K√§rnten und Graf von Tirol, K√∂nig von B√∂hmen und Polen (1307-10), * um 1270, ‚úĚ Schloss Tirol 2. 4. 1335; √ľbernahm 1295 mit seinen Br√ľdern die Herrschaft in Tirol und K√§rnten, regierte seit 1299 allein. Gest√ľtzt auf die Heirat mit der Przemyslidin Anna (‚úĚ 1313), machte Heinrich nach dem Tod von K√∂nig Wenzel III. 1306 seine Anspr√ľche auf die b√∂hmische Krone geltend, vermochte sie jedoch, 1307 zum K√∂nig gew√§hlt, gegen Johann von Luxemburg nicht zu behaupten (1310 von diesem vertrieben). In seinen L√§ndern erlangte er das Recht der weiblichen Nachfolge zugunsten seiner Erbtochter Margarete Maultasch.
 
 Kastilien:  
¬†29) Heinrich II., K√∂nig (seit 1369), * Sevilla um 1333/34, ‚úĚ Santo Domingo de la Calzadar (Provinz Logro√Īo) 29. 5. 1379, nat√ľrlich Sohn von K√∂nig Alfons XI.; gelangte, nach langem B√ľrgerkrieg, durch die Ermordung seines Halbbruders Peter I. auf den kastilischen Thron, verteidigte diesen im anschlie√üenden Erbfolgekrieg mit Unterst√ľtzung Frankreichs gegen die mit Portugal, England, Aragonien und Navarra verb√ľndeten Anh√§nger des Ermordeten (1372 Seesieg Heinrichs vor La Rochelle) und entwickelte sich zu einem bedeutenden F√ľrsten, der das Land mithilfe der Cortes durch innere Reformen befriedete. Heinrich begr√ľndete die Linie Trast√°mara der K√∂nige von Kastilien und Aragonien.
 
 Köln:  
¬†30) Heinrich II. von ViŐ£rneburg, Erzbischof (seit 1304), * zwischen 1244 und 1246, ‚úĚ Bonn 2. 1. 1332; in zwiesp√§ltiger Wahl erhoben, kr√∂nte 1309 K√∂nig Heinrich VII. in Aachen und 1314 Friedrich den Sch√∂nen in Bonn, bet√§tigte sich auf mehreren Provinzial- und Di√∂zesansynoden als Reformer in seiner Erzdi√∂zese. Er unterst√ľtzte das avignonesische Papsttum im Kampf gegen Ludwig IV., den Bayern.
 
 Konstantinopel:  
¬†31) Heinrich, lateinischer Kaiser (seit 1206; Lateinisches Kaiserreich), Graf von Flandern und Hennegau, * Valenciennes 1174, ‚úĚ Saloniki 11. 6. 1216; Nachfolger seines Bruders Balduin I. Heinrich verhielt sich gegen√ľber den Griechen vers√∂hnlich und stellte die lateinische Herrschaft in Thrakien gro√üenteils wieder her. Ende 1214 kam es nach mehrj√§hrigem Kampf zur gegenseitigen Anerkennung der beiden Kaiserreiche von Nikaia und Konstantinopel.
 
 Mainz:  
¬†32) Heinrich I. von WaŐ£rtenburg, Erzbischof (seit 1142), ‚úĚ Einbeck 2. 9. 1153; f√ľhrte w√§hrend des 2. Kreuzzuges f√ľr K√∂nig Konrad III. die Reichsgesch√§fte, bem√ľhte sich, die Kl√∂ster der bisch√∂flichen Gewalt zu unterstellen, wurde besonders wegen Verschleuderung von Kirchengut vom p√§pstlichen Legaten auf der Wormser Synode (7. 6. 1153 abgesetzt.
 
 Meißen:  
¬†33) Heinrich III., der Erlauchte, Markgraf (seit 1221), * 1215 oder 1216, ‚úĚ Februar (?) 1288, Sohn von Dietrich dem Bedr√§ngten, √ľber seine Mutter Enkel von Landgraf Herrmann I. von Th√ľringen; erhielt 1253 das Plei√üenland (als Pfand), folgte 1247 in der Landgrafschaft Th√ľringen und der Pfalzgrafschaft Sachsen auf seinen Onkel Heinrich Raspe, behauptete diese L√§nder (au√üer Hessen) in den th√ľringischen Erbfolgestreitigkeiten (1247-64); teilte 1263 die Herrschaft mit seinen S√∂hnen (Albrecht dem Entarteten und Dietrich von Landsberg), er behielt Mei√üen und die Ostmark. Heinrich gilt als F√∂rderer des Minnesangs und ist in der ¬ĽManessischen Liederhandschrift¬ę als Minnes√§nger genannt.
 
¬†√Ėsterreich: ¬†
¬†34) Heinrich II. Jasomirgott, Markgraf (ab 1156 Herzog) von √Ėsterreich (seit 1141) und Herzog von Bayern (1143-56), ‚úĚ Wien 13. 1. 1177, √§ltester Sohn von Leopold III. von √Ėsterreich;; Babenberger, wurde 1139 zun√§chst Pfalzgraf bei Rhein, folgte dann 1141 seinem j√ľngeren Bruder Leopold IV. in der Markgrafschaft √Ėsterreich und 1143 in Bayern, nachdem er 1142 Gertrud, die Witwe Heinrichs X., des Stolzen, geheiratet hatte. Im sich anbahnenden Ausgleich zwischen Staufern und Welfen musste Heinrich auf Betreiben Kaiser Friedrichs I. Barbarossa zugunsten Heinrichs des L√∂wen auf Bayern verzichten, wof√ľr die Mark in ein Herzogtum umgewandelt und mit au√üerordentlichen Rechten ausgestattet wurde (Privilegium minus, 17. 9. 1156).
 
 Portugal:  
¬†35) Heinrich der Seefahrer, portugiesisch Henrique o Navegador […õŐÉ'rrik…ô unav…ô…£a'»ďor], Infant von Portugal, Herzog von Viseu und Herr von Covilh√£ (seit 1415), * Porto 4. 3. 1394, ‚úĚ Sagres 13. 11. 1460, dritter Sohn K√∂nig Johanns I. von Portugal; zeichnete sich 1415 bei der Eroberung Ceutas aus, dessen Verwaltung und Verteidigung ihm √ľbertragen wurden. In Sagres im K√∂nigreich Algarve, dessen Gouverneur Heinrich 1419 wurde, errichtete er eine Sternwarte. Von hier aus entsandte er seit 1418 Schiffe auf Entdeckungsfahrten, deren Besatzungen an seinem Hof, einem Zentrum geographischer u. a. wissenschaftlicher Studien, vorbereitet wurden. Die Fahrten, die Heinrich aus den Eink√ľnften des Christusordens finanzierte, dessen Gro√ümeister er 1418-60 war, f√ľhrten zur nord- und westafrikanischen K√ľste. 1427 erreichten seine Schiffe die Azoren (Entdeckung und Besiedlung der Insel S√£o Miguel und Kolonisation der Madeiragruppe). Sp√§ter stie√üen Heinrichs Schiffe bis zum Kap Verde (Senegal) und nach Gambia vor und erreichten Guinea (1444-46). Heinrich, der selbst nie eine l√§ngere Seereise unternommen hat, legte den Grund f√ľr die Entwicklung Portugals zur Kolonialmacht und zu seiner weltgeschichtlichen Bedeutung im 16. Jahrhundert.
 
 
 
Bibliografia Henriquiana, 2 Bde. (Lissabon 1960);
¬†G. Hamann: Der Eintritt der s√ľdl. Hemisph√§re in die europ. Gesch. (Graz 1968);
 F. Häusler: H. d. S. (1971);
 J. Ure: H. d. S. (a. d. Engl., 1979);
¬†A. Born: Hinaus √ľber das Ende der Welt. H. d. S. (Wien 1980).
 
 Preußen:  
¬†36) Heinrich, Prinz, preu√üischer General und Staatsmann, * Berlin 18. 1. 1726, ‚úĚ Rheinsberg/Mark 5. 8. 1802, Sohn von K√∂nig Friedrich Wilhelm I., Bruder von K√∂nig Friedrich II., dem Gro√üen; trat im Siebenj√§hrigen Krieg als einer der f√ľhrenden preu√üischen Heerf√ľhrer hervor (Sieg bei Freiberg, 29. 10. 1762). Aus seinen Verhandlungen seit 1770 mit Zarin Katharina II. von Russland ging die erste Teilung Polens (1772) hervor. Die Bedeutung der Franz√∂sischen Revolution fr√ľh erfassend, dr√§ngte er auf den Abschluss des Baseler Friedens (1795). - Heinrichs Verh√§ltnis zu seinem k√∂niglichen Bruder war zeitlebens gespannt. Das ihm 1752 von Friedrich √ľberlassene Schloss Rheinsberg machte er zu einer St√§tte freier Geselligkeit, der Kunst und der Philosophie im Sinne der Aufkl√§rung.
 
 
C. Graf von Krockow: Die preu√ü. Br√ľder. Prinz H. u. Friedrich der Gro√üe (1996).
 
 Sachsen und Bayern:  
¬†37) Heinrich der L√∂we, Herzog von Sachsen (1142-80) und Herzog von Bayern (1156-80), * um 1129, ‚úĚ Braunschweig 6. 8. 1195, Welfe, Sohn von 11), Vater von Otto (IV.) von Braunschweig; wurde 1142 als Herzog von Sachsen in das seinem Vater aberkannte Stammesherzogtum eingesetzt. Zun√§chst festigte Heinrich seine Stellung in Sachsen, verharrte jedoch in Opposition zum K√∂nigtum, zumal seine Forderungen auf Belehnung auch mit Bayern abgelehnt wurden. Der Regierungsantritt seines Vetters Friedrich I. Barbarossa (1152) bereitete den Boden f√ľr den staufisch-welfischen Ausgleich. Heinrich erhielt 1154 (F√ľrstentag in Goslar) Bayern zugesprochen, 1156 wurde er mit diesem belehnt (ohne √Ėsterreich). Auch wenn er hier M√ľnchen als neuen Markt (gegen Freising) gr√ľndete, blieb Bayern f√ľr Heinrich ein Nebenland. Er erstrebte besonders die St√§rkung der Herzogsgewalt und die Mehrung des welfischen Besitzes in Sachsen, wo er Braunschweig zur Residenz ausbaute (u. a. Burg Dankwarderode). Bedeutsam wurde insbesondere die Ausweitung seiner Herrschaft √ľber die Elbslawen (F√∂rderer der deutschen Ostsiedlung). Dank der Privilegierung durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa stand ihm das Investiturrecht √ľber die von ihm neu gegr√ľndeten Bist√ľmer Oldenburg, Ratzeburg und Mecklenburg zu. Durch die Neugr√ľndung L√ľbecks (1158) brach er dem deutschen Ostseehandel Bahn, den er durch Vertr√§ge mit Gotland, Schweden und Nowgorod f√∂rderte und nutzte. Auch seine Ehe (1168) mit Mathilde (‚úĚ 1189), der Tochter K√∂nig Heinrichs II. von England, wies in die Richtung des beginnenden Nord- und Ostseehandels der Hanse.
 
Durch seine √ľber ganz Norddeutschland ausgreifende Territorialpolitik verfeindete sich Heinrich nicht nur mit vielen Reichsf√ľrsten, v. a. den Erzbisch√∂fen von K√∂ln, sondern √ľberwarf sich auf dem H√∂hepunkt seiner Macht auch mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa, indem er ihm 1176 auf dem 5. Italienzug die gegen den Lombardenbund notwendige Hilfe verweigerte. Wieder im Reich, griff Friedrich in die K√§mpfe Heinrichs mit einer Koalition von Gegnern seiner slawischen Expansionspolitik ein und lud die Parteien nach Landrecht vor Gericht. Da Heinrich mehreren Vorladungen nicht nachkam, wurde 1179 √ľber ihn die Acht verh√§ngt, 1180 die Aberacht, nachdem ihm in einem weiteren lehnsrechtlichen Verfahren in Abwesenheit die Reichslehen aberkannt worden waren. Noch 1180 wurden Sachsen und Bayern neu vergeben (Gelnhausener Urkunde; deutsche Geschichte) und der allgemeine Reichskrieg gegen Heinrich er√∂ffnet; 1181 kapitulierte Heinrich, verzichtete auf seine Herzogt√ľmer und ging in die Verbannung zu seinem Schwiegervater K√∂nig Heinrich II. von England. Lediglich ein Teil seines Allodialbesitzes Braunschweig-L√ľneburg blieb ihm. Erst 1194 kehrte er endg√ľltig aus der Verbannung zur√ľck, als Kaiser Heinrich VI. mit ihm Frieden schloss (Pfalz Tilleda). Die Beurteilung Heinrichs ist bis heute umstritten. - Das von Heinrich in Auftrag gegebene und dem (heutigen) Braunschweiger Dom geschenkte Evangeliar, ein Hauptwerk der romanischen Buchmalerei des 12. Jahrhunderts, entstand um 1175 in der Abtei Helmarshausen (heute Wolfenb√ľttel, Herzog-August-Bibliothek).
 
 
 
P. Barz: H. d. L. (Neuausg. 1980);
 
H. d. L., hg. v. W.-D. Mohrmann (1980);
 K. Jordan: H. d. L. (21980);
 F. N. Steigerwald: Das Evangeliar H.s d. L. (Neuausg. 1986);
 
Das Evangeliar H.s d. L., hg. v. D. Kötzsche (1988-89; Faksimile u. Kommentar-Bd.).
 
 Schlesien:  
¬†38) Heinrich I., der B√§rtige, Herzog (seit 1201), * zwischen 1167 und 1174, ‚úĚ Crossen (Oder) 19. 3. 1238, Sohn von Herzog BolesŇāaw I., Vater von 39), Gemahl der heiligen Hedwig; f√∂rderte die deutsche Besiedlung Schlesiens. Seine Herrschaft (Niederschlesien) dehnte er auf die piastischen Teilf√ľrstent√ľmer Kleinpolen (Krakau, Sandomir) und Gro√üpolen bis an die Warthe und nach Lebus aus. Heinrich, der der m√§chtigste der niederschlesischen Piasten war, verwaltete seit 1229/30 vormundschaftlich auch Oberschlesien.
 
¬†39) Heinrich II., der Fromme, Herzog (seit 1238), * um 1191, ‚úĚ bei Liegnitz 9. 4. 1241, Sohn von 38). Wie sein Vater f√∂rderte er die deutsche Besiedlung Schlesiens und versuchte, seine Landesherrschaft weiter auszubauen, v. a. gegen Pommern und Brandenburg. Er fiel in der Schlacht gegen die Mongolen auf der Wahlstatt bei Liegnitz; nach seinem Tod begann der Zerfall des schlesischen Reiches der Piasten (unter seinen S√∂hnen Aufteilung in die F√ľrstent√ľmer Breslau, Liegnitz und Glogau).
 
¬†Th√ľringen: ¬†
¬†40) Heinrich RaŐ£spe (IV.), Landgraf (seit 1227), Gegenk√∂nig (seit 1246), * um 1204, ‚úĚ auf der Wartburg 16. 2. 1247; Bruder Landgraf Ludwigs IV.; war Vormund seines Neffen, Hermann II., den er, wie auch dessen Mutter, die heilige Elisabeth, seine Schw√§gerin, vom Hof verdr√§ngte; 1231 wurde er vermutlich mit Th√ľringen belehnt. Kaiser Friedrich II. bestimmte ihn 1242 mit Wenzel I. von B√∂hmen zum Reichsverweser f√ľr Konrad IV. Nach der Absetzung Friedrichs II. sagte sich Heinrich von diesem los und lie√ü sich auf p√§pstliches Dr√§ngen am 22. 5. 1246 in Veitsh√∂chheim zum Gegenk√∂nig w√§hlen. Den Sieg √ľber Konrad IV. in der Schlacht an der Nidda (bei Frankfurt am Main; 5. 8. 1246) konnte Heinrich R. nicht mehr nutzen. Sein Tod l√∂ste die th√ľringischen Erbfolgestreitigkeiten (1247-64) aus.
 
II
Heinrich,
 
Willi, Schriftsteller, * Heidelberg 9. 8. 1920; verfasste zuerst spannende, zum Teil krass naturalistische Romane √ľber Soldaten- und Heimkehrerschicksale, dann auch Unterhaltungsromane.
 
Werke: Das geduldige Fleisch (1955); Der goldene Tisch (1956, 1970 unter dem Titel In stolzer Trauer); Die Gezeichneten (1958); Gottes zweite Garnitur (1962); Mittlere Reife (1966); Geometrie einer Ehe (1967); Schmetterlinge weinen nicht (1969); Jahre wie Tau (1971); So long, Archie (1972); Eine Handvoll Himmel (1976); Ein Mann ist immer unterwegs (1978); Herzbube und Mädchen (1980); Allein gegen Palermo (1981); Traumvogel (1983); Männer zum Wegwerfen (1985); Der Väter Ruhm (1988); Eine spanische Affäre (1990).

* * *

Hein|rich: in den Wendungen den flotten H. haben (salopp; Durchfall haben); den m√ľden H. spielen/auf m√ľden H. machen (ugs.; langsam sein beim Arbeiten, sich nicht anstrengen): Jetzt mach aber nicht auf m√ľden H. ...! (Fr. Wolf, Zwei 148); der gr√ľne H. (√∂sterr.; die gr√ľne Minna; ‚ÜĎMinna).

Universal-Lexikon. 2012.

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